Elger Essers Aufnahmen von Landschaften, leerstehenden, teilweise dem Verfall oder Vergessen preisgegebenen historischen Nutz- oder Sakralbauten, die er vor allem in Frankreich ausfindig macht, inszenieren den Blick nicht nur durch die Komposition, die Wahl des Ausschnitts und des Standpunkts. Durch Strategien wie Langzeitbelichtungen, Unschärfe, Retuschen und den Einsatz historischer Druckverfahren oder ungewöhnlicher Bildträger erhalten seine Fotografien mitunter malerische Züge.
Esser macht unter anderem die Küstenregionen der Bretagne, Claude Monets Garten in Giverny oder alte Postkarten in extremen Vergrößerungen zum Bildgegenstand. Damit spürt er den Ablagerungen im kollektiven Bildgedächtnis nach und thematisiert das Entstehen von Bildern, deren dokumentarische Möglichkeiten, die Dimension der Zeit und die Funktion des Schönen.