Gesine Grundmann – Normally I'm Not Copied | special edition
Für das Projekt Artist & Copymachine hat die Künstlerin aus einem Luxacopy einen Vorhang angefertigt. Für die Erstellung eines Schnittmusters hat sie zunächst die Einzelteile des Blitzkopierers aus den 50er Jahren kopiert.
Grundmann wendet sich dem hochqualitativen Material und der Form der vielen Einzelteile zu, die im Inneren verborgen sind. Aus diesen ursprünglich statischen Komponenten, die gemeinsam mal eine mechanische Funktion erfüllten, „webt“ Gesine Grundmann einen Vorhang, nachdem sie jede Schraube sorgsam protokolliert.
Aus der industriellen Alltäglichkeit von gestern erstellt sie eine sorgsame Materialarcheologie und Neunutzung von Materialien. Weben an sich ist als Kulturtechnik älter als die Schrift. Jedem Webverfahren geht die Arbeit voran, neue sinnvolle wiederholbare Reihen zu spinnen und Logiken anzulegen. Die abstrahierten horizontalen und vertikalen Ketten in Webstühlen gelten als rationale Vorgänger zu ersten binären Bildgebungs- und Rationalisierungsverfahren.
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Mit ihren Werken befragt Gesine Grundmann unsere zivilisatorische Umgebung. Sie ist Bildhauerin und Konzeptkünstlerin und mit ihren Beiträgen im weitergehenden Sinne Archäologin und Soziologin.